Hallo meine Lieben!

Wie bereits im letzten Blogeintrag erwähnt, möchte ich heute für Euch das Phasenmodell der Eskalation beleuchten. Konflikte entstehen selten plötzlich, sondern entwickeln sie sich Schritt für Schritt. Was zunächst als kleine Meinungsverschiedenheit beginnt, kann sich mit der Zeit zu einem ernsthaften Konflikt entwickeln.

Der österreichische Konfliktforscher Friedrich Glasl hat dafür eines der bekanntesten Modelle entwickelt: das Eskalationsstufenmodell von Konflikten. Es beschreibt, wie Konflikte sich typischerweise in neun Stufen zuspitzen können. Diese möchte ich Euch nachfolgend ein wenig näherbringen.

Die ersten Stufen: Meinungsverschiedenheiten

Am Anfang stehen oft unterschiedliche Ansichten oder Interessen. Diskussionen werden intensiver, Standpunkte verhärten sich und jede Seite versucht, die eigene Position durchzusetzen. In dieser Phase glauben die Beteiligten meist noch, den Konflikt selbst lösen zu können.

Die mittleren Stufen: Beziehungen leiden

Wenn Konflikte weiter eskalieren, verändern sich oft Ton und Verhalten. Gespräche werden schwieriger, Vorwürfe entstehen und Vertrauen geht verloren. Man beginnt, nicht mehr nur über die Sache zu sprechen, sondern über die Person.

Häufig entstehen in dieser Phase Lager oder Bündnisse: Menschen suchen Unterstützung bei anderen, Fronten verhärten sich und Missverständnisse nehmen zu.

Die letzten Stufen: Der Konflikt dominiert

In stark eskalierten Konflikten geht es irgendwann nicht mehr um das ursprüngliche Thema. Stattdessen steht das „Gewinnen“ im Vordergrund – selbst dann, wenn beide Seiten dabei Schaden nehmen.

An diesem Punkt sind Gespräche oft kaum noch möglich. Die Situation fühlt sich festgefahren an, und der Konflikt bestimmt zunehmend das Miteinander.

Warum es hilfreich ist, früh hinzuschauen

Das Modell von Friedrich Glasl zeigt vor allem eines: Konflikte entwickeln sich über Zeit. Je früher sie angesprochen werden, desto leichter lassen sie sich klären.

Genau hier kann Mediation unterstützen. Sie bietet einen strukturierten Rahmen, in dem Gespräche wieder möglich werden und unterschiedliche Perspektiven gehört werden. Ziel ist es nicht, Gewinner und Verlierer zu schaffen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln, mit denen alle Beteiligten leben können.

Gerade wenn ein Konflikt schon länger besteht oder Gespräche schwierig geworden sind, kann eine Mediation helfen, die Situation zu sortieren und neue Wege im Umgang miteinander zu finden.

Denn oft zeigt sich: Hinter verhärteten Positionen stehen Bedürfnisse und Erwartungen, die im Alltag nie wirklich ausgesprochen wurden.

Falls Euer Interesse geweckt wurde und ihr mehr zum Eskalationsstufen Modell nach Glasl erfahren wollt, darf ich Euch hier noch den umfangreichen Wikipediaeintrag ans Herz legen.

Bleibt also dabei, wenn es wieder heißt – Red ma drüber!

Bis zum nächsten Mal und alles Liebe.